ZF zeigt auf der CES 2020 Wege zum automatisierten Fahren/ Erster Großauftrag

ZF zeigt auf der CES 2020 Wege zum automatisierten Fahren/ Erster Großauftrag

12. Januar 2020 0 Von Horst Buchwald

ZF zeigt auf der CES 2020 Wege zum automatisierten Fahren/ Erster Großauftrag

Friedrichshafen / Las Vegas, 6-1.2020

 

Nach Ansicht des ZF-Vorstandsvorsitzenden Wolf-Henning Scheider werden automatisiertes und autonomes Fahren den Verkehr zukünftig sicherer, effizienter und komfortabler machen. ZF biete „komplette Systeme mit unterschiedlichen Leistungsstufen an und ist mit Lösungen für Pkw, Nutzfahrzeuge und Industrietechnik in allen relevanten Anwendungsfeldern aktiv. Es zahlt sich jetzt aus, dass wir uns rechtzeitig strategisch auf diesen Bedarf eingestellt haben“, betonte Scheider auf der CES 2020 in Las Vegas. Zum Beweis präsentierte er den Großauftrag eines namhaften asiatischen Automobilherstellers für die Lieferung des Level 2+ Einstiegssystems coASSIST für Pkw ab Ende 2020.

Zur derzeitigen Marktlage erklärte ZF, das folgende Lösungen gefragt seien: Beim Pkw hätten vorerst intelligente Assistenzfunktionen, so genannte Level 2+ Systeme, das größte Potenzial. Dagegen würden sich bei Nutzfahrzeugen und im städtischen Personentransport voraussichtlich vollautomatisierte Systeme nach Level 4 und höher durchsetzen. Zu dieser Schlussfolgerung kam ZF auf der Basis aktueller Aufträge von Pkw- und Lkw-Herstellern.

Das Unternehmen könne sein breites Technologieangebot auf jede Anforderung hin skalieren. „Mit ZF coASSIST machen wir erstmals ein Level 2+ System mit aus der Oberklasse bekannten Sicherheits- und Komfortfunktionen für günstigere Fahrzeugsegmente erreichbar“, erklärte Schneider. ZF coASSIST werde als komplettes System für deutlich unter 1.000 US-Dollar erhältlich sein.

Der Großauftrag beinhalte die Lieferung des Level 2+ Einstiegssystems coASSIST für Pkw System- und Software-Entwicklung, Umfeldsensorik und zentrale elektronische Steuereinheit. Auf der Grundlage von Kamera- und Radardaten ermögliche das Level 2+ System Funktionen wie Abstandsregel-Tempomat, Verkehrszeichenerkennung, Spurwechsel-, Spurhalte- und Stauassistent.

Gegen höhere Automatisierungslevel bei Pkw würden aktuell die hohen Systemkosten sowie die noch nicht geklärten rechtlichen Rahmenbedingungen sprechen. ZF bietet neben coASSIST weitere, leistungsfähigere Level 2+ Systeme an: ZF coDRIVE und ZF coPILOT.

„Bei Nutzfahrzeugen sehen wir dagegen schon jetzt eine Nachfrage nach Systemen, die vollautomatisiertes Fahren nach Level 4 und höher in wenigen Jahren möglich machen“, verdeutlichte Scheider. Nutzfahrzeuge könnten schon heute auf geschlossenen Arealen oder abgegrenzten Fahrspuren vollautomatisiert fahren. Zudem ergeben sich durch fahrerlosen Transport auf Betriebshöfen oder im städtischen Personentransport Einsparpotenziale, die zu einer raschen Amortisierung der Systemkosten führen.

Ein internationaler Nutzfahrzeughersteller hat ZF den Auftrag für die Entwicklung der ZF ProAI RoboThink erteilt: Ab 2024/25 soll diese als Zentralrechner eines vollautomatisierten Level 4 Systems im Lkw zum Einsatz kommen.

Außerdem stellt ZF die Weichen für eine schnellere und umfassendere Software-Entwicklung: Gemeinsam mit Microsoft werde ZF die Geschwindigkeit und Qualität seiner Prozesse, Methoden und Lösungen im Software-Engineering an das Vorbild von IT-Unternehmen anpassen. Durch diesen Wandel könne ZF seine globalen Ressourcen effizienter einsetzen und besser auf Kundenbedürfnisse reagieren. In der Zusammenarbeit mit Microsoft nutze ZF die Azure Cloud-Services und Entwicklertools sowie Microsofts Erfahrungen in der agilen Softwareentwicklung. In Zukunft wird ZF auch als Anbieter von reinen Software-Produkten im Automotive-Markt auftreten.

„Die Mobilitätsbranche ist weiterhin einem starken Wandel ausgesetzt. Das ist der Grund, weshalb sich auch ZF weiter wandelt. Es gilt, unsere Kunden mit Innovationen zu überzeugen, die ihnen – und damit schlussendlich den Endverbrauchern – einen Mehrwert bieten. Und das sind künftig zum Beispiel verstärkt auch Softwareprodukte“, so Scheider.

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