Deutsche fürchten sich vor Digitalisierung – Digitaltag soll Ängste nehmen

Deutsche fürchten sich vor Digitalisierung – Digitaltag soll Ängste nehmen

10. Februar 2020 0 Von Horst Buchwald

Deutsche fürchten sich vor Digitalisierung – Digitaltag soll Ängste nehmen

Berlin, 10.2.2020

Anlässlich des ersten bundesweiten Digitaltags am 19. Juni 2020 hat der Bitkom in einer Umfrage ermittelt, vor welchen Folgen der Digitalisierung sich die Bürger am meisten fürchten. 89 Prozent der Befragten sehen die drohende Gefahr, dass fremde Regierungen Daten ausspionieren. Vor einem Terminator-Szenario, nämlich dass die Maschinen die Macht übernehmen und die Menschheit unterjochen, haben immerhin sieben Prozent Angst.

Drei Viertel (75 Prozent) sorgen sich, dass kriminelle Hacker zentrale Infrastrukturen wie Verkehrs- und Energienetze lahmlegen könnten. Jeder Zweite ist der Ansicht, dass man sich mit digitalen Technologien in eine Abhängigkeit von Staaten wie den USA und China begibt. 43 Prozent fürchten sich davor, dass einige wenige Digitalunternehmen Zugriff auf Daten der meisten Menschen haben. 35 Prozent sorgen sich, dass sich Falschmeldungen im digitalen Zeitalter leicht verbreiten lassen. Sie sehen dadurch die Demokratie gefährdet. 32 Prozent beklagen, dass die Digitalisierung das Wertesystem verändert und den gesellschaftlichen Zusammenhalt verringert. Ebenfalls 32 Prozent denken, dass Digitalisierung zu Arbeitsplatzverlust und Massenarbeitslosigkeit führen wird.

Hosenfeld: Sorgen vor Bedrohungen müssen ernst genommen werden

„In großen Teilen der Gesellschaft erzeugt die Digitalisierung vielfältige Sorgen“, sagt Anna-Lena Hosenfeld, die Projektleiterin des Digitaltags. „Unabhängig davon, ob es sich um gefühlte oder tatsächliche Bedrohungen handelt, müssen sie ernst genommen werden.“ Hier wolle der Digitaltag anknüpfen und einen breiten gesellschaftlichen Dialog anstoßen. Der bundesweite Aktionstag richte sich auch an jene Menschen, die sich von der Digitalisierung abgehängt fühlen und dem digitalen Wandel mit Sorge begegnen.

Ziel des Digitaltags: Förderung digitaler Teilhabe

Träger des Digitaltags ist die Initiative „Digital für alle“. Diese setzt sich aus einem Bündnis von mehr als 20 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Bildung und Kultur, Wohlfahrt, Wirtschaft, Wissenschaft und öffentliche Hand zusammen. Erklärtes Ziel ist die Förderung digitaler Teilhabe.

„Alle Menschen in Deutschland sollen in die Lage versetzt werden, sich selbstbewusst und selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen“, sagt Hosenfeld. Der bundesweite Aktionstag will die Digitalisierung mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktivitäten überall in Deutschland erlebbar machen. Nach der Premiere am 19. Juni 2020 soll der Digitaltag künftig jährlich durchgeführt werden.

 

Grafik Bitkom Ängste Digitalisierung

 

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