Amazon verbietet Polizeibehörden den Einsatz von Recognition – für ein Jahr

Amazon verbietet Polizeibehörden den Einsatz von Recognition – für ein Jahr

12. Juni 2020 0 Von Horst Buchwald

Amazon verbietet Polizeibehörden den Einsatz von Recognition – für ein Jahr

New York, 10.6.2020

Amazon teilte jetzt mit, dass sie den Einsatz ihrer Gesichtserkennungssoftware Recognition für ein Jahr bei der Polizei verboten habe. Amazons Ziel sei es, dem Kongress mehr Zeit zu geben, um Regeln rund um die KI-aktivierte Gesichtserkennung zu implementieren. Der Grund: diese Software bewerte Menschen mit dunkler Hautfarbe nicht immer objektiv.

Von diesem Verbot seien Agenturen wie Thorn und das Internationale Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder nicht betroffen. Sie könnten die Erkennung weiterhin nutzen, um Opfern von Menschenhandel und vermissten Kindern zu helfen.

Das Unternehmen wies weder auf die gut dokumentierten ethnischen, rassischen und geschlechtsspezifischen Vorurteile von Recognition hin noch auf die anhaltenden Black Lives Matter-Proteste. ACLU-Tests hatten erwiesen, dass die Software unverhältnismäßig viele schwarze und lateinamerikanische Kongressmitglieder als Kriminelle gekennzeichnet habe.

Die Gruppe für digitale Rechte Fight for the Future bezeichnete das Verbot von Amazon als Public-Relations-Gag und sagte, es gehe nicht weit genug. TechCrunch-Autor Zack Whittaker stellte fest, diese Erklärung von Amazon bedeute keinesfalls das Ende von Recognition und auch nicht das endgültige Aus für den Verkauf an die Bundesregierung oder die Einwanderungs- und Zollvollstreckung. Laut Whittacker hätten Vorschläge, die Gesichtserkennung zu regulieren oder zu verbieten, im Kongress zwar Aufmerksamkeit gewonnen, aber geschehen sei noch nichts.

Nachdem zu Beginn dieser Woche IBM angekündigt hatte, keine Gesichtserkennungs- oder Analysesoftware mehr zu verkaufen, fordern Menschenrechts- und Digitalrechtsgruppen nun Microsoft auf, den Verkauf seiner Gesichtserkennung an die Polizei einzustellen.

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