Baidu kündigt Beteiligung an „Partnerschaft zur KI“ auf

Baidu kündigt Beteiligung an „Partnerschaft zur KI“ auf

29. Juni 2020 0 Von Horst Buchwald

Baidu kündigt Beteiligung an „Partnerschaft zur KI“ auf

Peking, 29.6.2020

Baidu wird vor dem Hintergrund der sich verschlechternden Beziehungen zwischen den USA und China die Allianz “Partnerschaft zur KI” (PAI) verlassen. PAI ist ein von den USA geführtes Bündnis, das die Förderung der ethischen Entwicklung und des Einsatzes von KI-Technologien zum Ziel hat. Baidu war das einzige chinesische Mitglied.

Der Verlust von Baidus Fachwissen und jeglicher Vertretung Chinas ist für die PAI verheerend. Die ethische Entwicklung der KI erfordert eine globale Zusammenarbeit, um akzeptable Standards zu setzen, die dazu beitragen, die Sicherheit zu gewährleisten, ohne die Innovation einzuschränken.

Baidu hat offiziell finanziellen Druck für seine Entscheidung zum Austritt aus dem Bündnis angeführt. Die Direktoren von PAI hoffen, dass Baidu im nächsten Jahr seine Mitgliedschaft in der Allianz erneuert.

Die Zusammenarbeit zwischen amerikanischen und chinesischen Firmen wird immer schwieriger, da die größten Volkswirtschaften der Welt weiterhin Sanktionen gegeneinander verhängen. Die USA haben China wegen seines Umgangs mit dem Coronavirus-Ausbruch, Handelspraktiken, Massenverhaftungen und angeblicher Folter uigurischer Muslime in “Umerziehungslagern” sowie wegen des Bruchs der Halbautonomie Hongkongs kritisiert.

In der Welt der Technologie lag ein Großteil der Aufmerksamkeit auf dem chinesischen Telekommunikationsriesen Huawei – den die USA beschuldigen, eine Bedrohung für die nationale Sicherheit darzustellen. Kanada verhaftete Huawei-Finanzchef Meng Wanzhou im vergangenen Jahr wegen des Vorwurfs, die Tochtergesellschaften des Unternehmens dazu benutzt zu haben, die US-Sanktionen gegen den Iran zu missachten. Zwei kanadische Geschäftsleute, die kurz nach Mengs Festnahme in China im Rahmen einer mutmaßlichen Vergeltungsmaßnahme festgenommen wurden, wurden diese Woche von Peking wegen Spionage angeklagt.

Die USA haben im vergangenen Oktober sechs chinesische KI-Unternehmen unter Berufung auf ihre Rolle bei angeblichen Menschenrechtsverletzungen in ihre Entitätenliste aufgenommen.

Sie verbietet amerikanischen Unternehmen , ohne ausdrückliche Genehmigung der Regierung mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Anfang dieser Woche machte das US-Handelsministerium eine Ausnahme von der Aufnahme von Huawei in die Entitäten-Liste. Danach ist es US-Firmen erlaubt, mit dem chinesischen Riesen zum Zwecke der Entwicklung von 5G-Standards zusammenzuarbeiten.

Insgesamt wird die Zusammenarbeit zwischen amerikanischen und chinesischen Firmen jedoch aufgrund des politischen Klimas immer schwieriger. Es wäre nicht überraschend, wenn es mehr Fälle gäbe, in denen Unternehmen wie Baidu aus gut gemeinten Allianzen wie PAI aussteigen, weil keine vernünftigen Lösungen für Differenzen gesucht werden.

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