Weltweit erster netzunabhängiger Knotenpunkt für den Verkehr

Weltweit erster netzunabhängiger Knotenpunkt für den Verkehr

29. Januar 2021 0 Von Horst Buchwald

Weltweit erster netzunabhängiger Knotenpunkt für den Verkehr

London, 29.1.2021

Die englische Industriestadt Coventry ist eine Industriestadt im Metropolitan County der West Midlands. Mit seinem logistisch trainierten Blick hat Ricky Sandhu sofort erkannt, dass dieses Städtchen exakt in der Mitte Englands liegt. Dem „BBC Science Focus Magazin“ berichtet er, das die Entfernung zu allen Großstädten etwa vier Stunden beträgt. Wegen dieser Lage habe Amazon hier eines seiner größten Fulfillment-Zentren gebaut.

Weil Coventry keine U- Bahn hat, ist es eine autozentrierte Stadt. Die Folge: Verstopfte Straßen, katastrophale Luftqualität. Jedem, der sich vor dem Hintergrund dieser Fakten die Frage stellt, was sich ändern muss, kommt schon recht früh zu dem Ergebnis, dass die Mobilitätssysteme verbessert und weiterentwickelt werden müssen.

Sandhu hat dafür bereits eine Lösung: „Wenn wir ein anderes System organisieren können, bei dem es koordinierte Orte gibt – wie die Amazon Lockers -, die ein Urban Air Port mit einem Netzwerk von Drohnen bedient, könnte das dazu führen, das der Zustrom von Lastwagen und Lieferwagen in unsere Städte verringert wird“. Der nächste Schritt ist naheliegend:“ Ich denke, die Idee für fliegende Fracht könnten wir irgendwann komplett auf fliegende Menschen übertragen. Wenn wir dabei schneller und emissionsfrei von A nach B kommen können, dann ist das sicherlich von Vorteil“.

Ricky Sandhu ist CEO von Urban Air Port. Sein Plan: Bau des weltweit ersten netzunabhängigen Verkehrsknotenpunktes für Drohnen und Flugtaxis. Er bezeichnet das als „eine grüne, saubere Lösung“, denn diese Anlage wird von einem „ Wasserstoffgenerator angetrieben, der absolut sauber ist. Es gibt keine Emissionen. Natürlich gibt es eine gewisse Kohlenstoffintensität, die von der Art des verwendeten Wasserstoffs und der Art seiner Herstellung abhängt. Aber unser Ziel ist es, irgendwann Wasserstoff aus emissionsfreien Quellen zu gewinnen“.

Außerdem kämen auch Solarzellen zum Einsatz. Der Hintergrund: Das nationale Stromnetz dürfe man nicht überlasten, denn die Einführung von Elektroautos werde ein stürmischer Prozess sein.

Sein Unternehmen hat indessen weltweit Aufmerksamkeit erregt.“Wir haben eine wachsende Pipeline an Aufträgen“ verkündet der Brite stolz. Und dann listet er auf: Stadtverwaltungen in Kalifornien; Immobilienentwickler in Europa. Außerdem hätten Krankenhäuser und auch das Militär sich gemeldet.

Auch um den Punkt Zertifizierung muss er sich nicht sorgen, denn „wir arbeiten mit Partnern zusammen, die unbemannte Verkehrskorridore (UTM), also Autobahnen im Himmel, bauen. Einer wird derzeit von Coventry nach Kenilworth entworfen, eine Strecke von 15 km“.

Diese Korridore würden bereits unter Beteiligung der Civil Aviation Authority (Zivilluftfahrtbehörde) entworfen, die weitere Versuche durchführen wolle, um zu verstehen, wo diese Korridore liegen sollten und welche Art von Fahrzeugen auf ihnen fahren dürfen.

Natürlich, so Sandhu abschließend gebe es bereits „eine große Anzahl von Start- und Landezonen, die über ganz Großbritannien verteilt sind. „Es ist kein großer Aufwand, diese in den Bereichen, in denen sie benötigt werden, zu verbinden. Aber bevor wir mehr Lufttaxis oder Drohnen sehen, brauchen wir die entsprechende Infrastruktur. Man kann keine Züge oder Flugzeuge ohne Bahnhöfe und Flughäfen haben.“

 

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