Die Hochschulbildung muss besser auf Krisen vorbereitet sein

Die Hochschulbildung muss besser auf Krisen vorbereitet sein

17. Februar 2021 0 Von Horst Buchwald

Die Hochschulbildung muss besser auf Krisen vorbereitet sein

New York, 17.2.2021

Als Folge der digitalen Revolution sei das Hochschulsystem wie nie zuvor tiefgreifend verändert worden. Jetzt zeichne sich ab, dass die COVID-19-Pandemie nicht weniger hart zugeschlagen habe, schreiben Stefania Giannini (stellvertretende Generaldirektorin für Bildung bei der UNESCO) und Kristin Vinje (Geschäftsführerin der Norwegischen Agentur für Qualitätssicherung im Bildungswesen (NOKUT) in einem Beitrag für „University World News“.

Folgende Beispiele illustrieren, wovon die Rede ist:

– Allein die wirtschaftlichen Auswirkungen könnten bis zu sieben Millionen Studenten zum Abbruch zwingen.

– In jedem Land der Welt seien die Studenten gezwungen, um Zugänge zum Fernunterricht, gegen soziale Isolation und wirtschaftlicher Not zu kämpfen.

– Die COVID-19-Pandemie habe Fragilitäten und Ungleichheiten über digitale, geschlechtsspezifische, soziale und bildungsbezogene Grenzen hinweg verstärkt, besonders in Regionen, die bereits von Konflikten betroffen sein.

– Universitäten und Lehrkräfte hätten enorme Anstrengungen unternommen, um neue und innovative Lehr- und Lernformen zu finden. Doch ein Jahr nach dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie kämpfe der Hochschulsektor immer noch mit der Bereitstellung alternativer Lehrmethoden sowie mit Fragen der Studentenmobilität, der Zulassung, der Anerkennung ausländischer Qualifikationen und der Qualitätssicherung.

– Oft befänden sich die Hochschulverwaltungen auf unbekanntem Terrain – etwa bei der Frage, wie sie Studierende immatrikulieren sollen, die ihren Sekundarschulabschluss noch nicht haben, weil die Prüfungen gestrichen wurden, oder wie sie Qualifikationen anerkennen sollen, die durch alternative Angebote erworben wurden.

– Viele Hochschulsysteme würden solche Qualifikationen nicht akzeptieren, denn Behörden und Universitäten seien zu Recht besorgt über die Qualität von Qualifikationen, die ausschließlich durch Online-Angebote erworben wurden.

Nach Ansicht der Autorinnen könne nur „eine verstärkte globale Zusammenarbeit helfen“, solide Lösungen zu finden. Der von der UNESCO neu veröffentlichte Practical Guide to Recognition: Implementing the global convention on the recognition of qualifications concerning higher education biete bereits praktische Ratschläge für Universitäten, Qualifikationsbehörden und politische Entscheidungsträger, in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Konvention zur fairen, transparenten und nicht-diskriminierenden Anerkennung ausländischer Qualifikationen.

Die Ausschüsse des Lissabonner Anerkennungsübereinkommens und des Tokioter Anerkennungsübereinkommens hätten ein Reflexionsdokument bzw. eine Erklärung zur Bewältigung von COVID-19 durch Stärkung der Zusammenarbeit bei der Anerkennung von Qualifikationen im asiatisch-pazifischen Raum und darüber hinaus herausgegeben.

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