Unternehmen setzen Roboter ein, wenn menschliche Arbeitskräfte schwer zu finden sind

Unternehmen setzen Roboter ein, wenn menschliche Arbeitskräfte schwer zu finden sind

17. September 2021 0 Von Horst Buchwald

Unternehmen setzen Roboter ein, wenn menschliche Arbeitskräfte schwer zu finden sind

San Francisco, 17.9.2021

Wirtschaftsexperten behaupten: Roboter werden in den Unternehmen vor allem dann eingesetzt, wenn die menschliche Arbeitskraft knapp ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Stuidie von Wissenschaftlern des MIT und der Boston University.

Die Autoren, Daron Acemoglu und Pascual Restrepo, haben sich beide eingehend mit Automatisierung, Robotern und Arbeitskräften befasst und sowohl gemeinsam als auch getrennt zahlreiche Arbeiten veröffentlicht.

“Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Großteil der Investitionen in die Robotik nicht darauf zurückzuführen ist, dass es sich hierbei um die nächste ‘erstaunliche Grenze’ handelt, sondern darauf, dass in einigen Ländern ein Mangel an Arbeitskräften herrscht, insbesondere an Arbeitskräften mittleren Alters, die für die Arbeit benötigt werden”, so Acemoglu in einer Erklärung.

Die Studie ergab, dass sich die Automatisierungsraten je nach dem Verhältnis von Arbeitnehmern über 56 Jahren im Vergleich zu den 21- bis 55-Jährigen in einem Land unterscheiden. Das Alter der Arbeitskräfte allein war in 60 verschiedenen Ländern in 35 Prozent der Fälle ausschlaggebend dafür, ob Roboter eingesetzt wurden, und in 20 Prozent der Fälle, welche Art von Roboter verwendet wurde.

Bei einer Ausweitung der Betrachtung auf 129 Länder und über den Einsatz von Robotern hinaus fanden die Wissenschaftler ähnliche Ergebnisse für Automatisierungstechnologien wie numerisch gesteuerte Maschinen oder automatisierte Werkzeugmaschinen.

Die Ergebnisse der Studie enthüllten interessante länderspezifische Unterschiede bei der Einführung von Technologien. Südkorea mit seiner rasch alternden Bevölkerung hat die Robotertechnik in großem Umfang eingeführt. Deutschland hat dies als Reaktion auf den Arbeitskräftemangel getan. In den Vereinigten Staaten hingegen wurden Roboter in Ballungsgebieten eingeführt, in denen die Bevölkerung schneller altert, wobei die Automatisierung hauptsächlich als Kostensenkungsmaßnahme eingesetzt wurde, so dass jüngere Arbeitnehmer aus der Belegschaft verdrängt wurden.

“Dies ist eine mögliche Erklärung dafür, warum in Südkorea, Japan und Deutschland – den führenden Ländern bei den Investitionen in Roboter und den am schnellsten alternden Ländern der Welt – die Arbeitsmarktlage nicht so schlecht ist wie in den USA”, so Agemoglu.

Ganz nebenbei wurden die beiden neugierig auf Patentdaten. Und tatsächlich fanden sie einen “starken Zusammenhang” zwischen alternden Arbeitskräften und Automatisierungspatenten. Was, wie Agemoglu es ausdrückte, “Sinn macht”.

Die Wissenschaftler sind noch nicht fertig. Als Nächstes wollen sie die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf die Arbeitskräfte und die Beziehung zwischen Automatisierung und wirtschaftlicher Ungleichheit untersuchen.

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