Weitere Überlegungen zu ChatGPT (Nr.2)

Weitere Überlegungen zu ChatGPT (Nr.2)

13. Januar 2023 0 Von Horst Buchwald

Weitere Überlegungen zu ChatGPT (Nr.2)

Anmerkungen zu der mysteriösen „Warteliste“ für ein ChatGPT Professional

Horst Buchwald

12.1.2023

Wenn Sie weiter lesen,könnte es für Sie verschwörerisch klingen. Seien Sie versichert: Es trifft nicht zu.

Ja, dieser Verdacht, dass sich OpenAI und Microsoft, bevor sie beschlossen haben, ChatGPT in die Welt zu setzen, auch einige Schritte weiter gedacht haben, und dann möglicherweise auf einen riesigen Geldsack stießen, tauchte in den Diskussionen schon mal auf, wurde aber nicht weiter getrieben.

Das war es also schon! Die Freude, ein sensationelles Tool nutzen zu können, um mit weniger Zeitaufwand ein besseres Ergebnis als mit anderen Suchmaschinen erzielen zu können, ja, die Hoffnung, dieses Tool könnte sogar dabei helfen, die globalen Probleme zu lösen- das ist jetzt erst Mal wieder weit weg. Denn nun geht es ums Geld. Es reicht Microsoft und OpenAI nicht, dass Ihnen die Millionen Nutzer – es wären wohl Milliarden geworden- frei Haus mit jeder Anfrage hochqualifizierte Daten liefern und ChatGPT somit im Rekordtempo dazu lernt und aus diesem Gelernten Antworten produziert, die von einer nie zuvor erreichten Qualiät wären.

Anders ausgedrückt: ChatGPT hat das Zeug, die erste Superintelligenz zu werden.

Frage: ist die Warteliste oder die Zusperrung des Zugangs zu ChatGPT in etwa die gleiche Reaktion, die Google vollzog, als LamDA unerwartet in der realen Welt auftauchte? Google hat beschlossen: die Öffentlichkeit wird niemals einen Zugang erhalten. Als Google-CEO Sundar Pichai auf dem All-Hands-Meeting im Dezember nach dem Grund gefragt wurde, lautete die Antwort: weil Chatbots ein “Reputationsrisiko” hätten. Das bezog sich wohl mehr auf Microsoft, denn ihr Chatbot “Tay” liess sich von einigen Nutzen auf rassistische Aussagen trainieren.

Damit wird klar: die Warteliste hat ein anderes Ziel . Wenn ChatGPT tatsächlich den Status einer Superintelligenz erreicht, dann wäre es “Verschwendung” , wenn jedermann seine Anfragen stellen könnte. Weil man inzwischen die wertvollen von den wertlosen Anfragen getrennt hat und wohl noch weitere Level angesezt hat, konnte man einen Personenkreis herausdestillieren, den man nun “Professionals” nennt. Alle andern machen mit einer abgespeckten Version von ChatGPT weiter und zahlen dafür einen Dollar pro Anfrage. Die Profis aber glauben, sie hätten die Chance, mit Hilfe von Superintelligenz selber in diese Höhen zu gelangen. Logisch: sie werden mehr als einen Dollar zahlen. Ob sie jedoch ihr Ziel erreichen?

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