Threads triumphiert mit Super- Start / Ist das der Twitter – Killer?

Threads triumphiert mit Super- Start / Ist das der Twitter – Killer?

9. Juli 2023 0 Von Horst Buchwald

Threads triumphiert mit Super- Start / Ist das der Twitter – Killer?

San Francisco, 8.7.2023

Am Mittwoch der vergangenen Woche erfuhren Millionen Menschen, dass die Muttergesellschaft Meta ihre Twitter-ähnliche App Threads offiziell gestartet hatte. Als Meta dies drei Monate zuvor ankündigte, rechnete das Management mit einem weltweiten und anhaltenden Presse-Echo. Doch es blieb still. Niemand hakte nach. Jeder Journalist hatte nur ChatGPT im Kopf.

So war es nicht weiter erstaunlich, dass Medien eine ungewöhnlich lange Zeit verstreichen ließen, bis sie begriffen, welche Bedeutung dieser gute Start hat.

Es begann mit einer Zahl. Am Donnerstagmorgen teilte Meta mit: 30 Millionen Nutzer hätten sich registriert. Darunter fand sich eine auffällig zahlreiche Prominenz aus Politik , Kultur und Unternehmen.

 

Also musste META – CEO Mark Zuckerberg erklären, was Threads denn nun sei. Seine Antwort enthielt zwei bedeutende Sätze:

„Die Vision von Threads besteht darin, eine Option und einen freundlichen öffentlichen Raum für Gespräche zu schaffen.“

“Wir hoffen, das zu nutzen, was Instagram am besten kann, und ein neues Erlebnis rund um Text, Ideen und die Diskussion darüber zu schaffen, was Ihnen auf dem Herzen liegt.“

Beide Sätze zusammen sagen dem Neugierigen: Du wirst nichts Böses bei uns erleben. Es wird auch keine Überraschungen geben. Alle sind freundlich und offen für jede Art von Gespräch. Hinzu kommt noch ein „ neues Erlebnis“ und das hat damit zu tun, „was Ihnen am Herzen liegt“

Was ist nun die Botschaft? Sie lautet: Wir sind anders als Twitter. Wir sind größer und haben viel mehr Erfahrung. Beweis: Instagram. Wir lieben Euch.

Jeder, der glaubt, Threats könne Twitter gefährlich werden, bezieht sich auf Instagram. Mit zwei Milliarden Nutzern und der entsprechenden Erfahrung, wie man verschieden gepolte Nutzer „in einen freundlichen öffentlichen Raum“ geleitet, (z.B. im Fall Facebook und Whatsapp) dürfte die Nutzerzahl rasch ansteigen. Ja, kein Zweifel; Meta hat den richtigen Zeitpunkt erwischt, während Musk seine 250 Millionen Nutzer -Basis wohl kaum halten dürfte.

Darauf deuten nämlich diese Zahlen hin:

► Die „New York Times“ berichtete am Wochenende, dass Threads die schnellste heruntergeladene App aller Zeiten ist. Sie übertraf den ChatGPT-Rekord von 1 Million Downloads in fünf Tagen.

► unternehmensinterne Daten deuten an, dass Threads mittlerweile über 95 Millionen Beiträge plus 190 Millionen Likes generieren konnte.

Eine derart triumphale Entwicklung lässt auch einen wie Elon Musk nicht kalt. Aber was ist die beste Verteidigung? Oder sollte er besser angreifen? Musk entschied sich dafür:

Twitter droht Meta mit einer Klage wegen angeblichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen im Zusammenhang mit der App Threads. Twitters Anwalt Alex Spiro behauptet: Meta habe „Dutzende“ ehemalige Mitarbeiter von Twitter eingestellt und somit die Geschäftsgeheimnisse und das geistige Eigentum von Twitter unrechtmäßig missbraucht.

Meta hat die Behauptungen zurückgewiesen und erklärt, dass keine ehemaligen Twitter-Mitarbeiter zum Threads-Engineering-Team gehören.

Mein Fazit:

Ob ein Rechtsstreit Twitter helfen wird – ich kann es mir nicht vorstellen. Man kann davon ausgehen, dass in solchen Fällen endlos lange gestritten wird. Kostbare Zeit vergeht.

Andererseits: Die Zeiten beginnen sich zu ändern. Ohne beweiskräftige Zahlen zu besitzen, sagt mir mein Bauchgefühl: die goldenen Zeiten von Twitter sind vorbei. Allein schon die Zahl der angekündigten weiteren Twitters sind ein Alarmzeichen.

– Lohnender wäre es für Musk

wie angekündigt , eine Konkurrenz zu ChatGPT in die Welt zu setzen, die keine Schwarzen Löcher hat, die weiss, dass es absolute Grenzen gibt und darum auch keine Entscheidung trifft, die „besser“ ist, als die von Menschcn,

– ein sprachgesteuertes Betriebssystem

– ein Chip, der jedem Politiker eingesetzt wird, der das Wort Krieg benutzt.