Sind Hausroboter schon einsatzfähig und bezahlbar?

Sind Hausroboter schon einsatzfähig und bezahlbar?

5. Februar 2019 0 Von Horst Buchwald

Roboter zum Laufen bringen: geschafft. Aber: Sie beherrschen nur das einfache Gehen. Im unwegsamen Gelände verlieren sie das Gleichgewicht. Es gibt jedoch große Zweibein – Roboter. Das sind Laufmaschinen, die zum Beispiel für die Lieferung von Lebensmitteln geeignet wären. Aber: Passen Sie durch Ihre Haustür? Wohl kaum. Hinzu kommt: Sie können nur in einfachem Gelände laufen. Sie haben nicht gelernt, in einem möblierten Haus zu laufen. Für sie gibt es somit keinen Unterschied zwischen Kleiderschrank und Geschirrvitrine. Damit bleibt ein Hausroboter, der auf Anforderung die Zeitung bringt, den Wein aus dem Keller holt und die Betten macht ein Traum? Vorerst ja, denn das Gehen in Häusern ist für die jetzt verfügbaren Exemplare noch zu kompliziert.

Doch nun wird an der University of Queensland ein neues System entwickelt- mit einem neuen Denkansatz. Dort hat man erkannt: Laufroboter sind viel komplexer als diejenigen mit Rädern, weil die Bewegungen mehrerer Gelenke pro Bein in jeder Sekunde, in der sie arbeiten, koordiniert werden müssen, um das Gleichgewicht und die Gewichtsverteilung zu halten. Dies ist ein äußerst komplexes System aus Sensoren, Beschleunigungssensoren, Gyroskopen, Elektromotoren und Computern – und dieses Zusammenspiel treibt den Preis nach oben. Beispiel: Laufroboter von Unternehmen wie Boston Dynamics, Schaft und Honda kosten mehr als eine Million Dollar.

Nun wollen die Wissenschaftler die Kosten senken. Pauline Pounds, Associate Professor an der University of Queensland, denkt daran, Kontrollmoment-Gyroskope einzusetzen, um den Roboter aufrecht zu halten. Der Vorteil ist, dass die Platzierung der Füße in diesem Fall keine große Rolle spielt, wodurch weniger Sensoren und Aktoren verwendet werden können. Um die Realisierbarkeit des Konzepts zu beweisen, beginnen die Wissenschaftler mit Exemplaren in der Größe von Hähnchen. Später folgen Roboter in Menschengröße.

Das sind natürlich großartige Neuigkeiten – aber wie lange wollen Sie warten? Wann wird aus einem Hähnchen ein erwachsener Butler? Selbst wenn das Konzept von anderen Ingenieurteams aufgegriffen wird und Roboter als Massenware auf den Markt kommen, wird es noch Jahre dauern, bis derlei Exemplare in der Lage sind, Ihnen Ihre Wünsche von den Lippen abzulesen. Klar, der Preis wird deutlich unter einer Millionen liegen, aber er wird sehr wahrscheinlich immer noch sehr viel teurer sein als ein gut ausgebildeter Butler. (HB)

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