Weltweit erster Himbeerpflückroboter in Betrieb genommen

Weltweit erster Himbeerpflückroboter in Betrieb genommen

4. Juni 2019 0 Von Horst Buchwald

Weltweit erster Himbeerpflückroboter in Betrieb genommen

 

London, 4.6.2019

 

Zitternd und zögernd, wie ein löffelschwingendes Kleinkind, das versucht, Suppe zu essen, ohne sie zu verschütten, versucht der weltweit erste Himbeerpflückroboter, eine der Früchte zu ernten. Nach einer Altersklärung ergreift er die zarte Beere mit seinem Greifarm und legt sie behutsam in ein Kornett. Der gesamte Prozess dauert etwa eine Minute – für eine einzelne Beere. Diesen Roboter bietet Fieldwork Robotics, ein Spinout der University of Plymouth , für 700.000 Pfund an. Ein teurer Spaß für Landwirte und Plantagenbesitzer? Nein, sagt der Hersteller, schon bald könne der Eisenknecht mehr als 25.000 Himbeeren pro Tag zu pflücken. Ein Mensch bringe es auf etwa 15.000 in einer Acht-Stunden-Schicht.

Die britische Agrarindustrie ist interessiert, weil die Zahl der Saisonarbeiter aus Osteuropa zurückgegangen ist – zum Teil aus Angst vor dem Brexit, aber auch, weil Rumänien und die aufstrebende Wirtschaft Polens ihre eigenen Mitarbeiter davon überzeugt haben, in ihren Heimatländern zu bleiben.

Zudem wurde der Roboter in Zusammenarbeit mit Hall Hunter entwickelt, einem der größten britischen Beerenzüchter, der Tesco, Marks & Spencer und Waitrose beliefert. Die 1,8 Meter hohe Radmaschine mit Roboterarm hat mit Feldversuchen in einem Gewächshaus auf einer Hall Hunter-Farm in der Nähe von Chichester in West Sussex begonnen.

Geführt von Sensoren und 3D-Kameras zoomt der Greifer mit maschinellem Lernen auf reife Früchte zu. Wenn der Greifer des Roboters mit voller Neigung arbeitet, sagen seine Entwickler, dass er eine Himbeere in 10 Sekunden oder weniger auswählt und sie in ein Tablett wirft, in dem die Früchte nach ihrer Reife sortiert werden, bevor sie in Körbchen gelegt und dann in die Supermärkte transportiert werden.

Die nächste Roboterversion, die voraussichtlich im nächsten Jahr in Produktion gehen wird, sool über vier Greifer verfügen, die alle gleichzeitig pflücken werden. Feldversuche in China haben gezeigt, dass der Roboter auch Tomaten und Blumenkohl ernten kann.

Da Roboter nicht müde werden, können sie 20 Stunden am Tag arbeiten. Die unterschiedlichen Lichtverhältnisse waren für die Maschine die größte Herausforderung.

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