Tübingens Oberbürgermeister: E-Autos sind falsch konzipiert

Tübingens Oberbürgermeister: E-Autos sind falsch konzipiert

22. September 2019 0 Von Horst Buchwald

Tübingens Oberbürgermeister: E-Autos sind falsch konzipiert

Tübingen, 21.9.2019

„Findet der Wandel in den Köpfen der Automobilindustrie wirklich statt oder wird nur darüber geredet?“, wollte Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen bei einem Bürgerdialog der Autoindustrie im Rahmen der Internationalen Automobilausstellung (IAA) wissen. Seine Kritik wurde ausgelöst von den aktuell auf der Messe präsentieren Automobile: „die passen nicht mehr in unsere Städte“, so Palmer. Sie seien zu schwer und zu breit. Als Beispiel nannte er den durchschnittlichen Porsche, dieser sei in den letzten Jahren 15 Zentimeter breiter und 400 Kilogramm schwerer geworden.

Der Grünen- Politiker stellte klar: „Der Porsche passt nicht mehr in die Parkhäuser und ich bau‘ keine neuen.“ Auch die von immer mehr Autobauern angebotenen Elektro-SUV sind für Palmer keine Lösung für die Mobilität der Zukunft, da es für die nötigen Ladesäulen nicht genügend Stromleitungen gebe. „Schmieren Sie sich das in die Haare, ich grabe nicht ganz Tübingen um, damit Sie Ihre Ladesäulen kriegen.“

Elektroautos müssten „ganz anders konzipiert werden, als das, was sie da jetzt machen.“ Diese Forderung vertiefte er allerdings nicht. Er drohte nur weiter: „Man wird irgendwann eine Diskussion bekommen, eine Maximalbreite für Ihre Autos vorzugeben, wenn sie immer breiter werden“, so Palmer.

Der bei dem Bürgerdialog zur IAA anwesende Chef des Zulieferers Bosch Volkmar Denner antwortete Palmer mit dem Hinweis, dass die neuen Fahrzeuge nicht nur schwerer, sondern auch sicherer würden, beispielsweise durch die zahlreichen heute eingesetzten Airbags. Bosch liefere zudem auch Technik für „frugale Fahrzeuge“ wie die Elektro-Transporter der Post-Tochter StreetScooter. Daimler-Chef Ola Källenius gab die Verantwortung an die Kunden weiter: „Eine Gewichtserhöhung ist nichts, was die Ingenieure anstreben“, sagte er. „Wenn der Kunde bereit wäre, weniger Reichweite zu akzeptieren, würden wir das anbieten.“

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