Nicht alles lief bei Amazon im letzten Quartal wie am Schnürchen

Nicht alles lief bei Amazon im letzten Quartal wie am Schnürchen

23. September 2022 0 Von Horst Buchwald

Nicht alles lief bei Amazon im letzten Quartal wie am Schnürchen

 

San Francisco, 22.9. 2022

Amazon kann einerseits mit einem höheren Umsatz im zweiten Quartal glänzen (von 119 auf 121 Milliarden Euro) – uns dies trotz Negativfaktoren Inflation und einer drohenden Rezession. Andererseits steht diesem Ergebnis jedoch ein Gewinnrückgang gegenüber – von 7. 7 auf 3,3 Milliarden Dollar. Dieses Ergebnis lag über den Erwartungen der Analysten.

Wie war das möglich, schließlich war aus dem Geschäft mit dem durch die Pandemie beflügelten Shopping-Boom im Internet schon die Luft raus.? Es waren die Abo-Dienste. Deren Umsätze stiegen um 10 Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar. Trotz Preiserhöhungen gelang es dem Konzern, neue Kunden für seinen Prime-Service mit kostenlosem Versand und Streaming-Diensten anzulocken, die in der Regel deutlich mehr Geld auf der E-Commerce-Plattform ausgeben als andere Nutzer.

Ende Juni hatte sich dennoch ein Nettoverlust von rund zwei Milliarden Dollar ergeben. Dahinter steckt die Beteiligung am Elektroautobauer Rivian- die Amazon – Beteiligung von 1,82 % wurde um 3,9 Milliarden Dollar abgewertet. Damit ist der Autobauer ein Belastungsfaktor, denn bereits im vorherigen Quartal mußte Amazon eine 7,6 Milliarden Dollar schwere bilanzielle Wertkorrektur und rote Zahlen hinnehmen.

Dafür glänzte das wichtige Cloud-Geschäft um so mehr. Das Flaggschiff Amazon Web Services meldete eine Erlössteigerung von einem Drittel auf 19,7 Milliarden Dollar. Der Betriebsgewinn der Cloud-Plattform nahm um rund 36 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar zu. Amazons immer wichtigeres Online-Werbegeschäft erhöhte die Erlöse um 18 Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar.

Ärger droht nun auch im Fall der Übernahme von iRobot. Amazon will den Hersteller von Staubsaugerrobotern für 1,7 Millarden Dollar übernehmen. Die Federal Trade Commission (FTC) prüft nun, ob Amazon dadurch den Wettbewerb im Bereich der Smart-Home-Geräte einschränkt. Denn außer den Geräten, sind für Amazon auch die Kundendaten sehr wertvoll.

So können die smarten Saugroboter des Übernahmekandidaten mithilfe von Kameras, Sensoren und künstlicher Intelligenz digitale Karten vom Zuhause der Nutzer erstellen.

Untersuchungen dieser Art dauern bei der FTC rund ein Jahr.

 

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