Google hat weiterhin Ärger mit seinem Ethikrat

Google hat weiterhin Ärger mit seinem Ethikrat

7. April 2019 0 Von Horst Buchwald

7.4.2019

Der externe Ethikrat, den Google kürzlich ernannt hatte, sollte sich mit schwierigen Fragen der künstlichen Intelligenz befassen. Die Gruppe sollte dem Unternehmen helfen, Kritiker zu beruhigen und gleichzeitig lukrative Cloud-Computing-Deals zu verfolgen.

Doch schon eine Woche nach seiner Gründung, fällt der Rat auseinander. Gestern zog Alessandro Acquisti, ein Verhaltensökonom und Datenschutz-Forscher, seine Zusage, hier mitzuarbeiten, wieder zurück. Seine Erklärung: Er befasse sich mit den wichtigsten ethischen Fragen der Fairness, der Rechte und der Einbeziehung in die KI. Doch er glaube nicht, „dass dies das richtige Forum für mich ist, um diese wichtige Arbeit zu leisten”, betonte Acquisti auf Twitter.

Mit seiner kritischen Haltung zur Google-Ethik ist er nicht allein. Vor wenigen Tagen erst hatte eine Gruppe von Mitarbeitern eine Petition verfasst, in der das Unternehmen aufgefordert wurde, Kay Coles James, Präsident einer konservativen Denkfabrik, zu entlassen, denn die Denkfabrik kämpfe immer noch gegen Positionen, die gegen das Gleichberechtigungsgesetze für Schwule und Transgender sind. Mehr als 500 Mitarbeiter unterschrieben die Petition anonym.

Nun liegt der Unternehmensführung eine weitere Kündigungsforderung vor. Sie betrifft Dyan Gibbens, den CEO von Trumbull Unmanned, einem Drohnen-Technologieunternehmen. Gibbens und ihre Mitbegründer bei Trumbull arbeiteten zuvor an U.S. Militärdrohnen. Die Verwendung von KI für militärische Zwecke ist für einige Google-Mitarbeiter ein wesentlicher Streitpunkt.

Der Aktivismus der Mitarbeiter für gleiches Entgelt für Frauen, sexuelle Belästigung, KI-Ethik und Geschäfte in China hat Google im vergangenen Jahr aufgewühlt. Die Proteste waren wirksam. Das Unternehmen zog sich aus einem Vertrag mit dem US-Militär zurück, in dem eine Objekterkennungstechnologie für Drohnen entwickelt werden sollte. Google änderte seine Richtlinien, nachdem Tausende von Arbeitern ihre Arbeit aufgegeben hatten, um zu protestieren.

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