Empfehlungsalgorithmen – und was kommt dann?

Empfehlungsalgorithmen – und was kommt dann?

23. April 2019 0 Von Horst Buchwald

23.4.2019

 

von Horst Buchwald

 

Im März nahm Amazon ein Buch, in dem eine obskure Verschwörungstheorie verbreitet wird, in den Kreis empfohlener Titel auf. Das steigerte die Neugier, dann die Käufe und schließlich den Umsatz. Und der Inhalt? Der jetzige US- Präsident Donald Trump deutete während des Wahlkampfes an, er arbeite mit Russland zusammen, um sicherzustellen, dass gegen ihn ermittelt wird. Dadurch war es ihm möglich, heimlich den Sonderstaatsanwalt Robert Mueller zu bewegen, auch gegen die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu ermitteln und schließlich festzunehmen, weil sie einem globalen satanischen Kult angehöre in dem auch Barack Obama und George Soros Mitglieder waren. Soweit die Konstruktion. Aber wer liest sowas? Es sind vor allem Menschen, die einem Empfehlungsalgorithmus auf den Leim gegangen sind.

Ganz gleich, wo Sie Online gehen – in irgendeiner Form werden Sie dazu aufgefordert, eine Bewertung abzugeben. Beispiele sind bei Facebook die Teilen- und find ich gut-Buttons. Insbesondere Yahoo, Amazon, Youtube „betteln“ Sie geradezu um Positionierungen von gekauften Produkten. Auch Bundesbahn, Wein – und Buchläden versuchen es.

Doch in den nächsten Monaten geht es erst richtig los. Was auf uns zukommt, wird deutlich, wenn man sich klarmacht, das so gut wie jeder Internetriese im Streaminggeschäft steckt: vor kurzem stieg Disney ein. Die Donald Ducks dieser Welt waren zuvor mit Netflix verbandelt, machen ihnen jetzt aber die Hölle heiß. Ebenfalls einsteigen wird Apple. Da kommt selbst ein Streaming- Elefant wie Amazon ins Schwitzen. Klar, das Angebot könnte für die Nutzer weltweit interessanter werden, aber zuvor wollen diese Internetgiganten wissen, wie Sie ticken. Also wird die Empfehlungsalgorithmus- Industrie kräftig wachsen – weltweit!! Ob dann auch die Transparenz zunimmt, wie vielfach gefordert, ist derzeit offen. Was aber jetzt schon fest steht ist dies: das Sammeln von persönlichen Daten wird um sich greifen wie das Feuer im hölzernen Dachstuhl von Notre Dame. Denn ohne Ihre Daten kämen Produkte auf den Markt, die nicht akzeptiert werden. Und das bedeutet wiederum: Sie werden sich stärker denn je mit den Tricks der Streaming-Industrie beschäftigen müssen. Sie suchen und finden tausend Wege, um Ihnen alle kleinen und großen Geheimnisse zu entlocken. Ganz gleich, ob Datenschutz oder nicht. Beispiel gefällig? 1. Preis eine Woche Südafrika. Nonstopflug von Frankfurt/Main nach Kapstadt in ein Luxusklasse- Hotel , die Sternenküche verwöhnt Sie. Die Freizeit können Sie ganz nach Ihren Wünschen gestalten. Wir übernehmen sämtliche Kosten. Einzige Verpflichtung: Teilnahme an unserem 1000- Fragen – Programm.

 

Foto: es zeigt eines der meistgelesenn Bücher zum Thema Algorithmus

 

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